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Die Augenheilkunde

Augenheilkunde- das ist viel mehr als "eine Brille angepasst bekommen". Im Mittelpunkt der Augenheilkunde steht die Vorbeugung, die Früherkennung und die Behandlung von Augenerkrankungen.

Starstecher

Zur Geschichte der Augenheilkunde

Bereits vor über 3600 Jahren wurden in den Gesetzestafeln des Hammurabi (1728-1686 v. Chr.) Vorschriften für Augenoperationen erlassen.  Der Operateur sollte für eine erfolgreiche Operation 10 Shekel Belohnung erhalten.  Bei Misserfolg drohte ihm das Abhacken beider Hände.  Auch bei Hippokrates und im antiken Rom finden sich Hinweise auf augenheilkundliche Behandlungen.

Bekannter sind heutzutage die herumreisenden „Starstecher“ des Mittelalters.  Sie führten den Vorläufer der heutigen Operation des Grauen Stars durch.  Hierfür drückten sie die durch den Star eingetrübte Linse aus der optischen Achse heraus in das Auge hinein (siehe Bild rechts).  Kurzzeitig stellte sich ein deutlicher Erfolg ein.  Aufgrund mangelnder hygienischer Bedingungen bei und nach der Operation kam es jedoch zumeist zu schlimmen Entzündunngen, die oft zum Verlust des Auges führten.  

Sputnik Linse Ein eigenständiges Fach wurde die Augenheilkunde erst im Laufe des 18. bis 19. Jahrhunderts.  Den Namen „Ophthalmologie“  prägte Carl Gustav Himly 1800.  Detailliertes Wissen über das Auge konnte aufgrund der filigranen Bauweise dieses Organs erst ab dem 19. Jahrhundert durch das Aufkommen des Mikroskops erworben werden.
Die bahnbrechende Erfindung machte Hermann von Helmholtz (1821-1894): er erfand den Augenspiegel (1851).  Die operative Augenheilkunde wurde durch Albrecht von Graefe (1828-1870), den „Vater der Augenheilkunde“ maßgeblich vorangetrieben.  Er behandelte den Grünen Star operativ.  Die erste erfolgreiche Hornhauttransplantation gelang 1905 Eduard Zirm (1863-1944).

Augenheilkunde heute

Die im 19. Jahrhundert entwickelten Grundlagen haben noch heute eine zentrale Bedeutung bei der Untersuchung durch den Augenarzt. Die Augenheilkunde hat sich seither aber ständig weiterentwickelt. Die Erfindung der Kunstlinse vor über 50 Jahren revolutionierte die Technik und die Erfolge der Operation des Grauen Stars.  Fortschritte in der Laserbehandlung ermöglichen effektive Behandlungen der diabetischen Retinopathie und des Nachstars.  Im frühen Kindesalter erworbene Sehschwäche kann heute oftmals erfolgreich mit einem Abkleben des Auges behandelt werden.  Die Entwicklung der Glaskörperentfernung (Vitrektomie) erlaubt die Behandlung zahlreicher Erkrankungen, die früher zur Erblindung führten.  Das Einspritzen hochwirksamer Medikamente erlaubt den Wiedergewinn bereits verlorener Sehkraft.  Zahlreiche neue, elektronisch gesteuerte Untersuchungs- und Behandlungsmethoden führen zu immer früherer Diagnosestellung und effektiverer Therapie.

Rechts sehen Sie eine der ersten Kunstlinsenmodelle, die aufgrund ihres Aussehens auch als Sputnik-Linse bekannt wurde. Sie ist heutzutage nur noch selten zu finden, da sie schon lange nicht mehr eingepflanzt wird.