Mit elektrophysiologischen Untersuchungen lassen sich bestimmte Sehnerven- und Netzhauterkrankungen feststellen.
VEP
Mit Hilfe des VEPs lassen sich vor allem Erkrankungen des Sehnervens feststellen. VEP steht für "Visuell evozierte Potentiale". Darunter versteht man die winzige elektrische Spannung, die man am Hinterkopf über dem Sehzentrum nach Lichtreizung des Auges abgreifen kann.
Für die Untersuchung werden zwei Metallstreifen (Elektroden) auf der Kopfhaut befestigt. Eine Elektrode befindet sich dabei am Hinterkopf, an der Stelle, worunter sich das Sehzentrum des Gehirns befindet.
Der Patient betrachtet nun einen Bildschirm mit einem flackernden Schachbrettmuster. Hierdurch werden die Sinneszellen des Auges gereizt. Diese Information wird in Form winziger elektrischer Ströme über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet.
Ist der Sehnerv geschädigt, kann es zu einer Verminderung oder zu einem späteren Eintreffen des Signals im Sehzentrum kommen. Hierdurch kann der Arzt Rückschlüsse auf den zu Grunde liegenden Schädigungsprozess ziehen.
Das VEP kommt vor allem zum Einsatz bei Sehnervenschädigungen durch Entzündungen (z.B. Multiple Sklerose), Gifte (Tabak, Alkohol) oder Abquetschungen (Tumore).
Auch wenn die Untersuchung durch das Anbringen der Elektroden unheimlich erscheint: Sie ist völlig ungefährlich und zudem schmerzlos.
Im Bild rechts sehen Sie unser VEP-Gerät im Einsatz.
ERG
ERG steht für "Elektroretinographie". Das ERG zeichnet schnelle elektrische Spannungsschwankungen am Auge auf, während die Netzhaut kleinen Lichtblitzen ausgesetzt wird. Es dient zur Diagnose von erblichen Netzhauterkrankungen (z.B. Retinitis pigmentosa) sowie von Netzhautvergiftungen (z.B. durch Malaria-Medikamente).